baubüro in situ

Projekte

Broothuse
Zürich
2012

Thema:Modulation
Grösse:m
Nutzung:Wohnen
Status:gebaut
Bauherrschaft:Sozialwerk Pfarrer Sieber
Projekt-Team:Pascal Angehrn , mépp ag, Zürich

Durch die Initiative von Pfarrer Ernst Sieber wurde in Zürich-Affoltern eine temporäre Wohnsiedlung für 40 Menschen in Not erstellt. Die Parzelle wird von der Stadt Zürich für 10 Jahre als Zwischennutzung zur Verfügung gestellt.
Das Projekt weist eine einfache Architektursprache auf. So stellt die vorgehängte Fassade aus rohen Faserzementplatten den Dialog zum südlich liegenden Industriegebäude her und bildet einen Kontrast zum kommunalen Schutzobjekt im Norden. Die pastellfarbenen Eingänge verleihen den Gebäuden eine Identität und gewährleisten die Orientierung. Grosszügige Fensterfronten verweben das Innen mit dem Aussen.
Die zwei Wohneinheiten fassen bei einfacher Belegung 40 Personen. Die Zimmer können mit Kajütenbetten möbliert werden, damit kann eine Belegung mit zusätzlichen 10 Personen pro Wohneinheit erreicht werden. Die beiden „Stuben“ pro Stockwerk bilden jeweils das Zentrum für Austausch und Begegnung, und bieten die Möglichkeit, Gäste einzuladen. Das Gemeinschaftshaus ist das Herzstück der Anlage und hier sind gemeinsame Essen, Kundgebungen und Messen möglich. Die
den einzelnen Gebäuden vorgelagerten Gärtchen können von den Bewohner/-Innen bepflanzt werden.
Der Holzbau wurde dank CNC-Vorfertigung exakt und kostengünstig ausgeführt. Die unbehandelten Massivholzplatten in Fichte ergeben eine besonders gute Öko-Bilanz in Bezug auf graue Energie. Die massive Holzbauweise reguliert durch ihre Masse die Luftfeuchtigkeit und gleicht Temperaturschwankungen auf natürliche Weise aus. Die vorgefertigten Module lassen sich sehr schnell zurückbauen und an einem anderen Ort wieder zusammenstellen. Damit ist eine mögliche Wieder-verwendung nach Ablauf des Baurechtes und damit die Nachhaltigkeit sichergestellt.
Die fünf Wohneinheiten sind mit einer kompakten Energieerzeugung ausgestattet. Nebst der Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung wird mittels Kleinstwärmepumpen zusätzliche Energie aus der verbrauchten Abluft gewonnen und so das Brauchwarmwasser und im Winter auch die Zuluft
erwärmt. Die gegen Süden gerichteten Fenster haben ein motorisiertes Beschattungssystem, um ein behagliches Innenraumklima zu gewährleisten.
Im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz unterschreitet Brothuuse die Vorgaben der 2000 Watt Gesellschaft gemäss SIA-Effizienzpfad deutlich. Dies liegt zum einen an den einheimischen Baustoffen, zum anderen kann dies der moderaten Mobilität der Bewohner zugeschrieben werden.

Das Projekt ist Teil der Ausstellung "Who's next? – Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt" des AM – Architekturmuseum der TU München, die von November 21 - Februar 22 zu sehen ist.