2010 | Solothurnerstrasse

Die Liegenschaft an der Solothurnerstrasse 25, Baujahr 1878, wurde gartenseitig bis zur zulässigen Gebäudetiefe erweitert. Eine laut Zonenplan zulässige Aufstockung wurde nicht gewünscht, vielmehr ein Erhalt der alten Substanz.  Durch den 3-stöckigen Anbau wurde jede Wohnung (pro Geschoss) um einen grossen, zusätzlichen Raum erweitert, dessen Flachdach auf einer Hälfte extensiv begrünt und auf der anderen Hälfte als Terrasse benützt werden kann. In den Obergeschossen wurde der nun ‚gefangene’ Raum der ehemaligen Küche als Bad umfunktioniert und die Küche in den neuen, hellen Raum integriert. Im Erdgeschoss ist die Raumstruktur praktisch geblieben. Der Anbau aus vorfabrizierten Holzelementen war in 2 Tagen aufgestellt. Die Fassadenverkleidung besteht aus einer feinen, horizontalen Schalung aus unbehandelter Douglasie. Die Faltfenster ermöglichen eine grosszügige Öffnung zum ruhig gelegenen Garten. Das bestehende Haus wurde sanft renoviert. Die Strassenfassade wurde nur gereinigt. Aus Kostengründen konnte das alte, ursprüngliche Fassadenbild jedoch nicht ganz nachgebaut werden. Trotzdem wurden die beschädigten Sandsteineinfassungen der beiden Fassaden geflickt und die fehlende Einfassung der Haustüre wieder eingebaut. Da die originale Haustüre leider nicht mehr vorhanden war, wurde eine neue Eichentüre eingesetzt. Der untere Dachteil, strassenseitig, wurde isoliert und die Eternit-Ziegel durch Naturschiefer ersetzt, die drei Gauben mit Kupfer verkleidet. Eigentlich war im Haus nur das Nötigste geplant. Dennoch wurde alles aufgefrischt, die Holzböden wurden geschliffen und geölt, neue, farbige Zementplatten in Bad und Anbau verlegt, die alten, verglasten Wohnungstüren wurden wohnungsseitig aufgedoppelt, um so den Brandschutzvorschriften zu genügen. Die Maler haben nach alten Techniken gesucht, um die unterschiedlichen Texturen im Treppenhaus auszubessern. Die Farbigkeit, die das Haus schon vor dem Umbau von den Besitzern erhalten hatte, wurde zu einem wichtigen Thema. Mit dem Wärmeschutznachweis nach SIA 380/1 wurde die Grenzwert Förderstufe 2 Basel-Stadt erfüllt. Als Energiemassnahme wurden im Keller Böden und Aussenwände gedämmt, im Dachgeschoss der Estrichboden, die Kniewände und die untere, steile Dachschräge. Gasöfen wurden durch Fernwärme ersetzt, Holz- und Kachelöfen erhalten. Die bestehenden Permanentfenster wurden aussen aufgedoppelt, um so das alte, gezogene Glas erhalten zu können. Die Vorfenster verbessern den Lärmschutz und lassen der Strassenfassade ihren alten Charme.