2013 - Heute | Markthalle

1929 erbaut, war die Markthalle der drittgrösste Stahlbeton-Kuppelbau der Welt. Sie steht heute unter Denkmalschutz. Jahrzehntelang war die Markthalle die Handels-Plattform der Basler Gemüse- und Früchtehändler. Doch die Distributionswege änderten sich und die Genossenschaft beendete 2004 das Baurecht vorzeitig, und gab die Halle zurück an die Stadt.

Die Stadt Basel verkaufte die Markthalle an einen Immobilien-Investor, der sie in den Jahren 2009 bis 2011 sanierte und umbaute. Auf zwei Etagen entstanden Flächen für Modegeschäfte, Gastronomie, ein Bergsport- und ein Computergeschäft, zusätzlich wurde ein zwölfstöckiger Turm mit Wohnungen ins Gefüge des bestehenden Baues eingepasst. Die auf hochpreisige Mode ausgerichteten Geschäfte fanden jedoch keine Kunden, die Lage der Markthalle ist zwar zentral, aber (noch) keine Passanten- Lage.

Die Eigentümerin bat daher 2013 die eigens dafür gegründete Markthallen AG Basel, ein neues Konzept zu erproben: Mit der Einrichtung von Marktständen und Gastronomiebetrieben, Läden, Festivals, Konferenzen, Performances, Kursen und Degustationen rund ums Essen, Trinken und Geniessen ist die neue Alte Markthalle innert kurzer Zeit zu einem Publikumsmagnet geworden.

Architektonisch war die Herausforderung gross, mit möglichst geringen Kosten und reversiblen Massnahmen Leben in die hochwertig umgebaute Halle zu bringen. Die «Ladenkisten» mit ihrem Kirschbaumfurnier wurden mit Kalkfarbe gestrichen, die versteckten Kameras und Lüftungen ans Licht geholt, die Möblierung aus Restposten und Zufallsfunden zusammengewürfelt. Für 30 Stände musste die Infrastruktur mit Stromzählern, Wasserstellen, Lüftung, etc. erstellt werden. Eine noch relativ neue Geschirrwaschstrasse von der geschlossenen Markthalle Bern wurde eingebaut und Porzellan angeschafft, um die Abfallberge zu reduzieren. Im Hintergrund wurden vier Gastroküchen eingerichtet, die sich sechs Stände teilen. Die spezielle Akustik der achteckigen Halle mit einer Nachhallzeit von 8 Sekunden kann und soll nicht verändert, sondern genutzt werden: Sie eignet sich hervorragend für Alphorn- und Jodelkonzerte. Der ursprünglich als Restaurant konzipierte Raum F eignet sich als Veranstaltungsraum: Es finden darin Kongresse, Konzerte, Bankette, Theater und andere Kultur-Formate statt.

Von Montag bis Freitag wird die Markthalle mittags von hungrigen Geschäftsleuten gestürmt: Die 30 Stände verkaufen zusammen über 1’000 Essen pro Tag. Von Donnerstag- bis Samstagabend laden drei Bars und eine Auswahl von Food-Ständen im Kerzenschein zum Tagesausklang. Der Streetfood Saturday bietet mit kleinen 5-Franken Portionen die Möglichkeit, verschiedene Angebote auszuprobieren. Ob als Gruppe mit unterschiedlichen Gelüsten an grossen Tafeln, zum romantischen Tete-à-Tete an hübschen Bistrotischen oder in gemütlichen Sitzecken und Sofas: Die in sanftes Licht getauchte Markthallenkuppel spielt abends ihren besonderen Charme aus. Oft begleiten Kulturprogramme wie Konzerte, Tanz oder Nachtmärkte die Markthallenabende. In den Läden werden Demeterprodukte wie Gemüse, Milchprodukte und Getreide angeboten, sowie frisches Brot gebacken. Die Gelateria produziert vor Ort süsskalte Kreationen und der libanesische Spezialitätenladen weckt Träume von 1001 Nacht. Am Sonntag hat sich die Kombination von Brunch, Flohmarkt und Kinderprogramm eingespielt und zieht vor allem Familien an. Die geplante Rutschbahn zwischen den Rolltreppen wird mit Sicherheit zur Kinderattraktion!

 

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