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güterstrasse 83

Wettbewerb „Minergie P
 

 
 

SITUATION

Die Liegenschaft Güterstrasse 83 liegt im Gundeldinger Quartier zwischen den Tramhaltestellen IWB und Bahnhofseingang Gundeldingen, in einer lebendigen und zentral gelegenen Situation. Das 5-stöckige Gebäude wurde 1954 von Markus Diener erbaut. Der jetzige Besitzer ist die CoOpera Immobilien AG aus Ittigen BE.

Das Gebäude besitzt eine einfache Grundstruktur; es ist ein Vierspänner. In der Mitte des Grundrisses ist ein Erschliessungskern mit Treppenhaus, Lift und Réduit angeordnet. Hinzu kommen jeweils zwei Steigzonen bzw. Schächte, welche über die ganze Höhe des Gebäudes verlaufen und in denen die Haustechnik in die jeweiligen Wohnungen geführt wird.

Das Haus beinhaltet momentan zwei 3-Zimmerwohnungen im Erdgeschoss, sechszehn 2- Zimmerwohnungen im 1-4 Obergeschoss, (d.h. vier 2-Zimmerwohnungen pro Obergeschoss), und 5 Mansardenzimmer im Dachgeschoss.

Im Untergeschoss sind ein Heizungsraum, eine Waschküche, Kellerabteile und ein Veloraum angeordnet. Der Veloraum ist durch eine aussenliegende Treppe mit dem Hof verbunden.

Das Gebäude ist beidseitig durch Nachbargebäude eingeschlossen und hat nur zwei Fassaden: Strassenfassade und Hoffassade. Die Fassaden sind als Lochfassaden ausgebildet, verputzt, und von zwei Balkon-Reihen links und rechts der Lochfassade gerahmt. Der Ausdruck der zwei Fassaden ist identisch.

Das Gebäude an der Güterstrasse 83 ist an das Fernwärmenetz angeschlossen und besitzt auch einen Anschluss ans Gasnetz.

Das Gebäude ist in schlechtem baulichen Zustand. Die bestehende Bausubstanz der Liegenschaft muss total saniert werden: Bäder und Küchen müssen ausgewechselt werden, die Böden müssen geschliffen, die Wände gestrichen, die Fenster und Balkontüren, sowie die Wohnungstüren aus den 60er Jahren müssen ersetzt werden. Ausserdem sollen die Fassaden gedämmt, und eine  Komfortlüftung eingebaut werden. Die Struktur der Wohnungen wird hingegen beibehalten: die Hälfte der 2-Zimmerwohnungen wird als 2- Zimmerwohnungen belassen, die andere Hälfte wird mit einem minimalen Eingriff, nämlich dem Rückbau eines 2.5m2 grossen Wandstücks, in 4.5-Zimmerwohnungen umgewandelt.

Auf der Strassenseite werden die Balkone aufgehoben, da sie einerseits zu klein, andererseits dem Strassenlärm und -staub ausgesetzt sind. Die hofseitigen Balkone werden durch tiefere Balkone ersetzt, was eine sinnvolle Nutzung ermöglicht. Im Dachgeschoss entstehen zwei Maisonettewohnungen mit grosszügigen, nach Nord-Westen orientierten Terrassen.

Unter dem Dach wird die Komfortlüftung eingebaut, welche durch neue Schächte in alle Wohnungen verteilt wird. Die Maisonettewohnungen entsprechen einem Neubau, einzig der Treppen/Lift-Kern und das Dach bleibt bestehen.

 MASSNAHMEN MINERGIE P

 Das für den  Wettbewerb ausgewählte Mehrfamilienhaus Güterstrasse 83 bietet von seiner Lage, Geometrie und Ausrichtung her beste Voraussetzungen für eine Gebäudesanierung nach MINERGIE P.

Das Gebäude ist durch seine Grösse und seine Lage, eingebaut zwischen zwei Häusern, äusserst kompakt, was zu einem tiefen Verhältnis zwischen Gebäudehülle und Energiebezugsfläche führt (A/EBF = 0.79). Die Verlustflächen gegen Aussenluft im Vergleich zur Energiebezugsfläche sind minimal.

Die Ausrichtung (Südwest / Nordost) ermöglicht durch die grossen, wenig beschatteten Fenster an der Südwest Fassade, eine gute Nutzung der passiven Sonnengewinne.

Durch drei massgebende Eingriffe kann der MINERGIE P Standard realisiert werden:

Eine möglichst konsequente Ausserwärmedämmung mittels 30 cm Steinwolle und geeignete Massnahmen zur Minimierung der Wärmebrücken verhindern einen grossen Energieverlust durch Transmission. Alle Fenster werden durch neue, dreifach verglaste Fenster ersetzt.

Das Fernwärmenetz mit einem grossen „erneuerbaren" Abwärme Anteil der Kehrichtverbrennungsanlage liefert die optimale Heizenergie für Heizung und Warmwasser. Zusätzlich sorgt eine moderne Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung für einen minimalen Lüftungswärmeverlust.

Es werden nur die von Minergie-P geforderten energieeffizienten Haushalt- und Kühlgeräte verwendet. In den Büros wird die Installation der Beleuchtung nach Norm SIA 380/4 berechnet und der Minergie-P Grenzwert eingehalten.